Habitat/Ökologie (Meinunger & Schröder 2007) Innerhalb der Sektion Ruralis der Gattung Tortula ist Tortula princeps im Gebiet die einzige synözische Sippe. Zur sicheren Beurteilung der Geschlechtsverteilung müssen mehrere Pflanzen untersucht werden, da die Antheridien bisweilen fehlen können (oder frühzeitig abfallen?). Weitere Unterscheidungsmerkmale sind bei Caspari & Heinrichs (1995) zusammengestellt. Nach Kramer (1980) ist Tortula princeps, auf das Gesamtareal bezogen, eine der komplexesten Arten der Gattung. Bezüglich des europäischen Teilareals bereitet jedoch die Nominatsippe kaum Bestimmungsprobleme: Heinrichs (1996). Das gilt auch für die Proben aus unserem Gebiet. Die im Gelände den übrigen Vertretern von Tortula ruralis agg. sehr ähnliche Art wächst im Gebiet an halbschattigen, zeitweise sickerfeuchten Andesitfelsen, charakteristische Begleitarten sind: Pterogonium gracile, Porella cordaeana und Metaneckera menziesii. Fundstellen an Sekundärstandorten sind bislang nicht bekannt. Ausführliche Angaben zu Verbreitung und Ökologie finden sich bei Caspari & Heinrichs (1995); Heinrichs (1996); Caspari (2004). – Tortula sinensis (Müll. Hal.) Broth. Sichere Nachweise für diese, in der Literatur mehrfach für das Gebiet genannte Art fehlen bislang. Aus dem Herbarium München (M) konnten 11 Belege untersucht werden, von denen nur einer richtig bestimmt war: Tortula sinensis: „zwischen Mittenwald und Mauls in Tirol“, 1844, Sendtner. Diese sehr allgemein gehaltene Angabe kann nicht als Nachweis für unser Gebiet gewertet werden, die Probe wurde sicher in Österreich oder Italien gesammelt. – Zu streichen sind: Bayerischer Wald, Osser, Familler (1911), ein Beleg in M (Name des Sammlers unleserlich) ist ein Gemisch von Tortula muralis und Didymodon cf. spadiceus (!). Südbayern und Alpen: Von den Angaben bei Familler (1911) und Düll in Düll & Meinunger (1989) sind zu streichen: Watzmann, ist Tortula mucronifolia, Paul & v. Schoenau (1932); Zugspitze, ist Tortula norvegica, Paul (1924); zwei Belege aus dem Nebelhorngebiet im Allgäu, 1918, leg. Dihm in M sind Tortula subulata (!); Belege von Eichstätt, 1862, leg. Arnold und St. Anton bei Partenkirchen, 1862, leg. Lorentz in M gehören zu Tortula crinita var. calva (!). – Zweifelhafte Angabe: Linkersalpe, leg. F. & K. Koppe , 1935, vergl. Düll in Düll & Meinunger (1989). Belegmaterial zu dieser Angabe ist weder im Herbar F. Koppe (STU), noch im Herbar K. Koppe (HAL) vorhanden.
Verbreitung (Meinunger & Schröder 2007) Erst in jüngster Zeit von S. Caspari im Gebiet entdeckt, bisher nur aus RP und SL im Obersteiner Nahetal von wenigen Stellen bekannt: Caspari & Heinrichs (1995); Caspari et al. (2000); Caspari (2004). – Zu streichen: Angabe in Frahm (2003) ist Tortula calcicolens, rev. Caspari (in litt.).