Habitat/Ökologie (Meinunger & Schröder 2007) Eine gut umgrenzte und, wenn gutes Material vorliegt, problemlos bestimmbare Art. Bryum cuspidatum bei Limpricht (1895) dürfte hierher gehören, doch wurde die Art erst durch Smith (1973) gut und nachvollziehbar beschrieben und ist seitdem in die neuere Literatur eingegangen. Die Synözie ist meist leicht und sofort nachweisbar. Charakteristisch sind die kleinen, 12–16 µm großen, hellen, glatten und immer gleichmäßig gut entwickelten Sporen. Bryum caespiticium hat gleiche Sporen, unterscheidet sich jedoch leicht durch Diözie, außerdem sind diese Pflanzen meist etwas kleiner und haben einen schwächeren Blattsaum. B. bimum hat ebenfalls ähnliche, geringfügig größere und meist deutlicher gelbgrün gefärbte Sporen, bei dieser Art tritt die Rippe nur als kurzer Stachel aus, die Pflanzen sind meist größer und gleichmäßiger beblättert. In lockeren bis dichten, 1–3 cm hohen, stark rhizoidfilzigen Polsterrasen auf kalkhaltigen bis kalkreichen Unterlagen. Immer an lichtoffenen Stellen, besonders in Kies- und Sandgruben, an Böschungen, Weg- und Straßenrändern, Steinbrüchen, an Mauern und auf Kalkfelsen. Auch von alten Brandstellen liegen Belege mit Funaria hygrometrica und Marchantia polymorpha vor. Begleiter sind weitere Bryum-Arten, Barbula convoluta, Tortella inclinata, Ceratodon purpureus und Calliergonella cuspidata, Hinweise zur Ökologie bei Nebel & Philippi (2001).
Verbreitung (Meinunger & Schröder 2007) Durch das ganze Gebiet, von der Küste bis in die Alpen. Im Norden anscheinend nur zerstreut bis selten, nach Süden zu wird die Art deutlich häufiger, besonders in Kalkgebieten. In die Karte wurden außer von uns geprüften Belegen auch zuverlässige Angaben aus neuerer Zeit aufgenommen, sie ist in vielen Gebieten noch unvollständig. SH: Dolnik (2003); BB: Mehrere Nachweise J. Klawitter (!); NW: Zahlreiche Angaben U. Abts (!) vom Niederrhein; RP, SL: Caspari et al. (2000); Caspari (2004); BW: Ahrens in Nebel & Philippi (2001). BY: In den Alpen ist die Art anscheinend recht verbreitet und geht hier bis in die alpine Stufe: 8531/4 Moränengelände auf dem Zugspitzplatt, 2500 m, 20.08.1996 (!!); 8532/3 unterhalb Osterfelder, mit Polytrichum juniperinum, 1920 m, 09.09.1988, leg. R. Lotto, det. (!); 8533/4 Karwendelgrat, ca. 2000 m, 10.08.1987, leg. R. Lotto, det. (!); 8443/2 Watzmann Nordhang, ca. 2200 m, 1989, leg. U. Beyerlein, det. (!).
Bestand und Gefährdung (Meinunger & Schröder 2007) Über Bestandsgrößen und Verbreitung ist noch zu wenig bekannt, immerhin lässt sich sagen, dass für das Gesamtgebiet eine stärkere Gefährdung derzeit nicht besteht. Genauere künftige Beobachtungen müssen klären, ob in Teilgebieten vielleicht eine Schutzbedürftigkeit besteht.